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Drei Stunden statt zwei Nachtschichten: warum unsere Drohne in den Kanal fliegt
Angefangen hat alles mit einem Großkanal. 2,10 auf 1,54 Meter im Querschnitt, 600 Meter lang, und wir sollten ihn inspizieren. Dabei bekam Thomas Güttler mit, wie ein anderes Unternehmen denselben Kanal vermessen hatte: mit fünf Leuten, in zwei Nachtschichten, zu Fuß durch den Kanal.
„Da habe ich überlegt: Das muss heutzutage anders gehen“, sagt Thomas. Er ist unser Drohnenexperte und Pilot, und die Antwort darauf steht heute in unserem Büro in einem Käfig aus Carbon: die Elios 3 von Flyability.
Die Geschichte hinter der Drohne
Für die Inspektion hat Thomas dann die Elios 3 eingesetzt. Das Ergebnis hat ihn überzeugt. In rund drei Stunden lieferte die Drohne die Inspektion, „ganz gemütlich“, wie er sagt, und die Vermessung war genauer als die des anderen Unternehmens, dessen fünf Leute zwei Nächte lang durch den Kanal gelaufen waren.
Für Thomas war damit klar: „Wir brauchen die.“ Dazu kommt für ihn etwas anderes: „Keine Person im Kanal heißt immer mehr Sicherheit. Dafür ist Technik da. Die Technik soll rein, nicht der Mensch.“
Kanäle, Schächte und unterirdische Bauwerke sind umschlossene Räume. Wer dort hineingeht, braucht Schutzausrüstung, Messgeräte und einen Sicherungsposten oben. Mit der Drohne muss niemand mehr hinein. Gemessen wird trotzdem: Vor jedem Flug messen wir den Bereich frei, so wie es bei jeder Arbeit im Abwasserkanal vorgeschrieben ist. Dann fliegt die Drohne dorthin, wo sie laut Thomas hingehört: in den Schmutz, in den kein Mensch gern hineingeht.
Was in dem Käfig steckt
Vorne sitzt eine 4K-Kamera, daneben eine Wärmebildkamera, rundherum LED-Panels mit zusammen 16.000 Lumen, damit es auch im dunkelsten Kanal hell wird. Kleine Zusatzkameras filmen die Umgebung, damit sich die Drohne im Raum orientiert und stabil in der Luft bleibt. So kann Thomas sie ruhig durch den Kanal steuern, auch wenn es eng wird.

Sein Lieblingsteil sitzt oben drauf: das LiDAR-System. Es tastet die Umgebung per Laser ab, bis in 30 Meter Entfernung und mit 1,3 Millionen Messpunkten pro Sekunde. „Was das in Sekunden, Minuten abtastet: einsame Spitze“, sagt Thomas.
Die Wärmebildkamera macht Temperaturunterschiede sichtbar. Sie verraten Ungereimtheiten in einem Bauwerk, etwa wenn irgendwo Fremdwasser eintritt. Auf dem Wärmebild sieht Thomas auch, wenn aus einem Kanal warme Luft kommt, manchmal so warm, dass die Drohne dort nicht mehr fliegen darf.
Gegen die Wand fliegen ist erlaubt
Der Käfig besteht komplett aus Carbon und ist dafür da, dass die Drohne gegen Wände, Decken und Boden prallen darf. „Da passiert soweit gar nichts“, sagt Thomas. Die Drohne stabilisiert sich von selbst wieder. Geht doch einmal etwas kaputt, dann der Käfig, und der besteht aus einzelnen Segmenten, die sich austauschen lassen.
Thomas nutzt das sogar gezielt. Er fliegt die Drohne an die Rohrwand, unter die Decke, und lässt sie dort wie auf einem Stativ ruhen. So entstehen wackelfreie Videos und Fotos, auf denen Schäden klar zu erkennen sind.
Nach dem Einsatz bekommt die Drohne ihre Pflege. Erst wird sie mit dem Gebläse abgepustet, denn nach dem Flug sitzt Staub in allen Ritzen, und „gerade die Motoren mögen das nicht“. Dann wird der Käfig auseinandergebaut, alles gründlich gereinigt und getrocknet. Im Abwasserbereich, sagt Thomas, seien Desinfektionstücher der beste Freund.
Vom Flug zur Punktwolke
Gesteuert wird die Elios 3 mit einer Fernbedienung, auf der ein Tablet sitzt. Darauf sieht Thomas das Livebild und gleichzeitig, wie das LiDAR-System den Raum vermisst. Nach dem Flug liegt die Punktwolke direkt vor, ein dreidimensionales Abbild des Bauwerks, das sich gleich vor Ort ansehen lässt.

Gibt es etwas, das die Drohne nicht kann? An Drohnenrennen könne sie nicht teilnehmen, sagt Thomas, mit gut 30 Stundenkilometern sei sie dafür zu langsam. Ansonsten gebe es nichts, was eine andere Drohne besser könnte.
Wie die Elios 3 technisch arbeitet und was am Ende im Bericht steht, haben wir in einem eigenen Beitrag zur 3D-Laservermessung erklärt. Alle Einsatzbereiche, von Kanälen über Schächte bis zu großen Bauwerken, finden Sie auf unserer Seite zur Drohnenvermessung. Und wenn der Kanal klein ist, fährt bei uns die Kamera auf Rädern, mit der klassischen TV-Untersuchung.
Sprechen Sie mit Thomas
Sie wollen ein Bauwerk inspizieren lassen und fragen sich, ob es drohnentauglich ist? Thomas Güttler berät Sie persönlich und kostenlos, unter 0451 / 8 999 330 und per E-Mail an thomas.guettler@ex-rohr.de.
Bei allen anderen Fragen zu Rohr und Kanal erreichen Sie uns rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 20 999 20. Schreiben Sie uns gerne auch per E-Mail an info@ex-rohr.de.