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Sieht aus wie eine Achterbahn: Höchstdruck an der Betonpumpe
Der erste Blick auf das Bild führt in die Irre. Was da steil in den Himmel ragt, geknickt, verstrebt, in mehreren Segmenten übereinander, könnte gut das Gerüst einer Achterbahn sein.
Es ist der Verteilermast einer Betonpumpe. Und wir waren nicht zum Fahren da.
Was im Inneren einer Förderleitung passiert
Eine Autobetonpumpe macht eine simple Sache auf technisch anspruchsvolle Weise: Sie drückt Frischbeton vom Fahrmischer bis dorthin, wo er eingebaut wird. Über ein Kolbensystem geht der Beton in eine Förderleitung, ein Stahlrohr, das am Mast entlang bis zur Spitze läuft. Am Ende hängt der Schlauch, aus dem der Beton in die Schalung fließt.
Solange die Anlage läuft, ist das ein geschlossener Fluss. Danach beginnt das eigentliche Thema.
Nach jedem Einsatz wird die Leitung gereinigt, meist mit einer Schwammkugel, die durch das Rohr getrieben wird. Das holt den Großteil heraus. Es holt aber nicht alles heraus, besonders nicht in den Bögen, an den Kupplungen und überall dort, wo sich der Querschnitt verändert. Dort bleiben Reste hängen.
Und Frischbeton bleibt nicht frisch. Zement und Wasser gehen eine chemische Verbindung ein, die Hydratation. Der Beton bindet ab, erst zäh, dann fest, dann steinhart. Was nach einem Arbeitstag noch weich war, ist nach ein paar Tagen mineralischer Stein, der an der Rohrwand klebt.
Schicht für Schicht wird der Querschnitt enger. Die Pumpe muss gegen einen wachsenden Widerstand arbeiten, der Förderdruck steigt, die Leistung fällt. Gleichzeitig wirkt der harte Restbeton wie Schmirgelpapier auf alles, was noch hindurchgeht. Im ungünstigsten Fall setzt sich die Leitung ganz zu, und dann steht ein Pfropfen unter erheblichem Druck in einem Rohr, das über einen Mast in zwanzig Metern Höhe verläuft. Das will niemand.
Warum sich ausgehärteter Beton nicht abklopfen lässt
Die naheliegende Idee ist, das Rohr auszuklopfen. Sie funktioniert in engen Grenzen und hat zwei Haken.
Der erste ist das Ergebnis. Klopfen löst spröde Brocken, wo sie günstig sitzen. Es erreicht nicht die dünne, festgebackene Schicht, die überall an der Wand haftet, und es kommt an Bögen kaum vernünftig heran. Was übrig bleibt, ist ein Rohr, das besser aussieht als vorher, aber nicht frei ist.
Der zweite ist das Rohr selbst. Förderleitungen sind Verschleißteile mit definierter Wandstärke. Wer mit dem Hammer dagegen arbeitet, verformt sie und schwächt sie an genau den Stellen, die im Betrieb den höchsten Belastungen ausgesetzt sind. Eine Leitung, die beim Pumpen aufreißt, ist ein erhebliches Sicherheitsproblem.
Auch mechanisches Ausfräsen ist möglich, kostet aber Zeit und trägt Material vom Rohr mit ab. Bei einem Bauteil, dessen Wandstärke über die Standzeit entscheidet, ist das der falsche Weg.
Deshalb kommt an dieser Stelle Wasser ins Spiel.
Tausend bar, und das Rohr bleibt heil
Bei der Höchstdruckreinigung arbeiten wir mit Drücken von bis zu 1.000 bar. Zur Einordnung: Eine gewöhnliche Kanalspülung bewegt sich in der Größenordnung von einigen hundert bar, ein Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt liegt bei etwa 150. Höchstdruck ist keine kräftigere Version davon, sondern ein anderes Werkzeug.

Auf dem Bild sehen Sie den Zustand, um den es geht. Der beige, körnige Belag an der Innenwand ist ausgehärteter Beton, deutlich sind die Zuschlagstoffe zu erkennen. Daneben liegt die Rohrwand bereits blank. Das schmale Rohr, das hineinführt, ist die Lanze, mit der wir arbeiten.
Warum greift ein Wasserstrahl den Beton an und lässt den Stahl in Ruhe? Weil beide Materialien unterschiedlich auf einen kurzen, harten Impuls reagieren. Ausgehärteter Beton ist spröde. Trifft ihn ein Strahl mit dieser Energie, entstehen im Gefüge feine Risse, die sich fortsetzen, bis Stücke absprengen. Stahl ist zäh und elastisch. Er nimmt denselben Impuls auf und federt ihn ab, statt zu brechen.
Das Ergebnis ist eine Leitung, die innen wieder auf ihrem vollen Querschnitt läuft, ohne dass ihre Wandstärke angetastet wurde. Und das ganz ohne Chemie, allein mit Wasser und Druck.
Wo Höchstdruck sonst gebraucht wird
Betonpumpen sind ein Beispiel von mehreren. Das Verfahren kommt überall dort zum Zug, wo etwas hart an einer Oberfläche haftet und mechanische Verfahren an ihre Grenze stoßen.
Wir entfernen damit Verkrustungen in Groß- und Industrierohren, reinigen Klärbecken und Rückhaltebecken, lösen Rost in Stahlleitungen, machen zugesetzte Drainagen wieder frei und nehmen alte Beschichtungen und Markierungen von Beton und Metall herunter. Je nach Aufgabe kombinieren wir die Anlage mit einem Spülwagen aus der Kanalreinigung, einem Saugwagen für die Aufnahme des gelösten Materials, bei Bedarf mit einem Fräsroboter.
Für uns ist Höchstdruck deshalb kein Sonderfall, den wir einmal im Jahr aus der Halle holen. Er gehört fest zum Leistungsspektrum, immer dann, wenn Spülen zu wenig und Aufgraben zu viel wäre.
Ein Dank an dieser Stelle an das Team vor Ort, das diesen Einsatz gefahren und die Aufnahmen mitgebracht hat.
Sie haben eine Anlage, bei der herkömmliche Reinigung nicht mehr weiterkommt? Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns den Fall an und sagen Ihnen ehrlich, ob Höchstdruck das passende Verfahren ist. Erreichbar sind wir rund um die Uhr unter 0800 20 999 20 (kostenfrei). Schreiben Sie uns gerne auch an info@ex-rohr.de.